CAMPERVAN & ADVENTURE

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Tourenbericht

SIt-up-Paddle Tour mit übernachtung

Unsere Mädelstour sollte dieses Mal auf dem Wasser stattfinden. Mit Kajaksitz, Doppelpaddel und einer Menge Drybags, in denen meiner Meinung nach nicht ein Ausrüstungsgegenstand zu viel verpackt war, paddelten wir mit etwas Zeitverlust los. Natürlich hatte es mal wieder gedauert bis wir alle drei die weite Anreise, den Kaffee, ein belegtes Brötchen, unendlich viele Pinkelpausen vom vielen Kaffee usw. absolviert hatten und wir endlich (fast alle gleichzeitig verspätet- so muss das sein) am Treffpunkt ankamen. Die Boards wurden schwer beladen, denn wir wollten 2 Tage paddeln, zwischendurch am Ufer übernachten und natürlich auch wieder etwas köcheln.

Das Wetter zeigte sich durchwachsen, der Wind forderte einiges von uns und den Boards ab und so konnte ich mein neues Kanaloa von Cala* direkt unter extremeren Bedingungen testen. Bereits die ersten Paddelschläge verhießen uns, dass die heutige Tour kräftezehrend werden würde. Wir hatten einiges vor, aber mein Plan war an die Bedingungen angepasst. Während mein Po trocken blieb, waren Ela und Sabrina schon nach Minuten durchnässt - und ich kann euch verraten, dass eine von ihnen keine Wechselsachen dabei hatte. Wir überquerten einmal den See, grüßten die Bewohner der ankernden Boote und bogen in einen kleinen Kanal ein, der uns vor dem Wind schützte. Umgeben von Bäumen glitten wir dahin. An uns zog eine Entenmama mit ihren kleinen Entenkindern vorbei und wir genossen die Ruhe, bevor wir in den Mittellandkanal einbogen.

Der sonst so stark befahrene Kanal lag ruhig da. Die Sonne zeigte sich auch endlich und wir paddelten in gemählichem Tempo so dahin. Hier offenbarte sich, wie schnell mein Kanaloa-Board ist. Ich paddelte vor, zurück, umkreiste die anderen beiden, positionierte die Kamera für eine Einstellung zu dritt, machte eine Pinkelpause und zeigte Ela und Sabrina schließlich den Weg zurück auf die Seenplatte. Hier bließ der Wind wieder kräftiger und wir verloren kurz ein Teammitglied. Als wir dann wieder zusammen waren, kämpften wir uns Stück für Stück voran, die Wellen schlugen gegen die Nose meines Boards, doch ich blieb weiterhin gut trocken. Zwischen Inseln hindurch und an Waldrändern entlang kam hier so richtig Schweden-Feeling auf. Schließlich erreichten wir unser Nachtlager. Ein flacher Sandstrand vor einem Wald, mittig erhob sich eine verzweigter Kiefer und seitlich war genügend Platz für 3 Hängematten. Perfekt.

Es war noch viel Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit. Also entluden wir ganz entspannt unsere SUPs und schmückten den tollen Baum mit Taschen, Klamotten und Beuteln und kochten erst einmal einen Kaffee. Etwa 70 Meter am See entlang fanden wir ein paar Bäume, die so standen, dass wir unsere Hängematten direkt im U (oder C?) aufbauen konnten. Wir alle hatten uns dieses Mal für Hängematten mit Moskitonetz entschieden und waren darüber auch sehr froh als die Mücken aus dem Boden aufstiegen. Dass so ein Netz aber nicht nur Mücken davon abhält von außen nach innen zu kommen, sondern auch andersrum, durfte ich später erfahren. Ich glaube, ich werde das Moskitonetz zukünftig offen lassen, damit die Mücken raus können.

Nachdem ich mit Sabrina kurz die Ausrüstung meiner Packsäcke für das Video kommentiert hatte, meldeten sich unsere Mägen mit einem lauten Knurren. Wir befeuerten den Hobo, zerkleinerten Süßkartoffel, Tofu und Brokkoli, die wir schön mit angebratener Zwiebel und Knoblauch in Kokosmilch kochten. Die Sonne ging langsam unter, der See lag still da und wir ließen den Tag mit tiefgründigen Gesprächen bei leckeren Getränken ausklingen.

Doch aus der Dunkelheit tauchte plötzlich still und leise ein Schlauchboot auf. Der E-Motor machte keinerlei Geräusche und wir bemerkten es erst als es fast direkt vor uns am Ufer ankam. Die Sillhouette eines stämmigen Mannes zeichnete sich ein paar Meter vor uns vor dem fast schwarzen Himmel ab. Die Situation war schon ein bisschen seltsam, aber ich bin bei so etwas sehr entspannt und antwortete auf die Frage, ob wir hier schlafen wollen, dass wir gleich die Boards zu unseren Autos zurück tragen würden, die da hinten parken. Er kannte sich zum Glück nicht so gut in der Gegend aus, um zu wissen, dass da keine Parkmöglichkeit ist. Nach einem kleinen Plausch brachte das E-Boot seinen Besitzer wieder zurück zu seinem Kahn. Ich verschwendete keinen Gedanken mehr an diesen Zwischenfall, aber ich glaube, die beiden anderen horchten nachts öfter mal in die Stille, ob sich nicht wieder jemand nähert.

Am Morgen wurde ich von der aufgehenden Sonne geweckt - wieder so ein Schweden-Flashback. Um mich herum vollkommene Stille. Der See lag ruhig da. Es fühlte sich an als würde ich wieder in Schweden aufwachen. Nach einem gemütlichen Frühstück mit Kaffee und Obst-Nuss-Brot versteckten wir die Boards im Dickicht und wanderten zu einem Sandstrand mit azurblauem Wasser ungefähr 3 km entfernt. Ich mag diesen Ort und auch Ela und Sabrina ließen sich von meiner Begeisterung anstecken. Wir schwommen eine Runde im kühlen Wasser (die einen ganz, die andere nur mit den Füßen), übten ein paar Kopfsprünge und liefen zurück zum Schlafplatz. Dort beluden wir die zum Glück noch vorhandenen Boards erneut und stachen wieder in See.

Heute herrschte Flaute und es war kaum eine Welle unter der Nose zu spüren. So nahmen wir schnell Fahrt auf und trieben an einigen Vogelinseln vorbei, auf denen wir deren Bewohner beobachten konnten. Zurück am Ausgangsort befreiten wir unsere Boards von dem Gepäck. Es folgten ein paar Nassübungen mit Kopfstand und Hebefiguren. Was für ein Spaß! Ich bin sehr auf das Video gespannt. Den Abend verbrachten wir dann noch entspannt auf der Picknickdecke vor meinem Bus, kochten uns etwas Leckeres, ließen schon mal die Ausrüstung trocknen und verstauen schließlich alles wieder in den Fahrzeugen.

Eine tolle Tour, die sich einfach nicht nach 2 Tagen, sondern nach einer ganzen Woche anfühlt. Das Beste daran ist: Ich muss dafür nicht nach Schweden fahren. Ich habe es direkt vor der Haustür! Danke, liebe Ela und liebe Sabrina, für diesen wundervollen Kurzurlaub.
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